Aspirational Spending – die Rechtfertigung für den Kauf

Aspirational Spending, ein Begriff, der auch für mich neu ist, aber ein Verhalten beschreibt, welches ich auch nur zu gut kenne.

Dagoberts Nichte hat einen Artikel zum Thema „Aspirational Spending“ geschrieben. Ich kannte den Begriff bisher so nicht, aber das beschriebene Verhalten dürfte jedem irgendwie bekannt vorkommen. Von sich selbst oder auch von anderen. Was steckt dahinter?

Hinter dem Begriff „Aspirational Spending“ steckt der Wunsch oder auch die Rechtfertigung für Konsum und Kauf von bestimmten Dingen, mit dem Ziel ein „besserer Mensch“ zu werden.

Mit dem neuen 5000 Euro Rennrad und den Radklamotten für 1000 Euro, werde ich sicher jeden zweiten Tag Rad fahren und der Bierbauch ist in diesem Sommer passé. Leider funktioniert es in der Praxis meist nicht so, man verliert trotz hoher Investitionen die Lust und das teure Ding steht am Ende im Keller und verstaubt.

Analog zum Rennrad, können wir hier die neuen Laufschuhe, das teure Plus-Abo im Fitness-Studio (dann gehe ich mit Sicherheit hin), die neue Produktivitätsapp im Premium-Abo oder auch der neue Computer gelten. Der Kauf soll uns zu einem besseren Verhalten in der Zukunft bringen. Allerdings ist das Problem meist nicht die fehlende Ausrüstung, sondern fehlende Motivation und Disziplin.

Ich selbst versuche daher immer mit den vorhandenen Mitteln zu arbeiten. Als ich mit Radfahren angefangen habe, habe ich erst mein altes Fahrrad genommen, ohne spezielle Radfahrklamotten. Hat gereicht, da ich nach 10 km ohnehin erstmal fix und fertig war.

Nach ein paar Fahrten habe ich gemerkt, dass mir die Sache Spaß macht. So habe ich mir ein Mountainbike gekauft und die ersten Radklamotten kamen auch erstmal vom Aldi.

In meinem Nebengewerbe hatte ich bis vor kurzem einfach meine alte Webcam für die YouTube-Aufnahmen verwendet. Als ich vor gut 3 Jahren mit Laufen angefangen habe, habe ich mir billige Laufschuhe für 30 Euro geholt und meine Radklamotten verwendet. Erst als ich regelmäßig zum Joggen gegangen bin und die Distanz sich Richtung Halbmarathon verändert hatte, habe ich in teure Schuhe und etwas Kleidung investiert.

Vorbildlich oder? Auch bei mir gibt es Bereiche, in denen ich nicht so vorbildlich bin. Technik ist so ein Thema, bei welchem ich mir gerne zusätzliche Produktivität herbei fabuliere. Mein Microsoft Surface vom letzten Jahre wollte ich ja nicht nur so haben, weil es ein geiles Gerät ist. Mit dem Ding bin ich unterwegs sicher noch produktiver, da ich das es überall mit dabei haben kann.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Klar verwende ich das Surface, um unterwegs Blogartikel zu schreiben, Mails zu beantworten, aber das konnte ich auch mit dem Billig-Netbook, welches ich davor hatte, auch. Etwas besser klappt es jetzt aber. Immerhin.

Am Ende sollte man sich vor jedem Kauf kurz überlegen, ob der Einkauf wirklich nachhaltig ist und Vorteile bringt. Besonders, wenn man noch nicht weiß, ob man langfristig Freude an der neuen Sportart an. Dann lieber klein anfangen und später die Ausrüstung aufwerten.

Weitere Beispiele von mir

  • Mobile unlimited Flatrate auf dem Smartphone, damit kann ich unterwegs auch prima arbeiten! Und natürlich YouTube schauen.
  • Neue Tastatur für den Computer, damit lässt sich gleich viel besser tippen
  • diverse Abos/Käufe in der Vergangenheit für Produktivitätstools
  • kauf von einscannbaren Notizbüchern
  • Neuer Laptop, mit mehr Rechenpower, braucht man ja immer

Die Liste lässt sich sicher noch erweitern. 🙂

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