Freizeit wird nicht versteuert

Höhere Steuern sorgen für mehr Teilzeit…

In einem Artikel bin ich ja schon auf die Ideen eingegangen, dass wir alle mehr arbeiten sollten, um den Fachkräftemangel zu beheben. Meine These war, dass es sich oftmals nicht lohnt, weil am Ende nur mehr Steuern auf dem Lohnzettel stehen.

Nun gibt es eine Studie aus Schweden, welche in das gleiche Horn stößt. Dort gibt es eine Einkommensgrenze von 52.000 Euro. Ab der Grenze bekommt der Staat 20 % zusätzlich an Steuern, von jedem Euro der darüber liegt. Der Betrag reicht wohl in Schweden aus, um einigermaßen über die Runden zu kommen, aber reicht nicht für Luxus. Dennoch entscheiden sich viele bewusst, darunter zu bleiben. Lieber mehr Freizeit, diese wird nicht versteuert.

Interessanterweise spricht die Studie auch davon, dass eher die hoch qualifizierten Leute davon Gebrauch machen. Fachkräftemangel?

Ansonsten gibt es auch noch kreative Ideen. Viele reduzieren die Arbeitszeit genau so, dass die Steuer nicht mehr anfällt. Selbstständige sind ebenfalls kreativ und steuern ihre Einkünfte bis zur Grenze. Diese dürften es auch leichter haben. Kommt der Handwerker halt nicht. Andere Selbstständige lassen das Geld erstmal in der Firma.

Mich verwundert die Sache nicht. Geht mir ähnlich. Bevor ich in den Solidaritätszuschlag komme, arbeite ich halt weniger, habe mehr Freizeit und gehe Radfahren. Kostet auch nicht viel. Nebengewerbe passt hier auch gut rein. Neben der Steuerung der Einnahmen kann man hier auch ein paar Dinge absetzen und damit den Gewinn senken. Als Arbeitnehmer kann man nicht wirklich viel absetzen.

Letztlich müsste der Staat dafür sorgen, dass es Anreize gibt, mehr zu arbeiten und entsprechend viel zu behalten. Ansonsten optimieren die Leute.

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Dabei zeigte sich deutlich: Es waren vor allem die Männer mit guten Noten, die ihr Einkommen bis an die Steuergrenze drückten. Den Frauen waren demnach, unabhängig von ihren Schulnoten, die Steuersätze komplett egal.

7 Kommentare

  • SeePaddler

    Ich glaub’ ich bin Schwede :-). Zumindest vom meinem Verhalten her, denn ich habe es exakt genauso gemacht.
    Bin auch in der IT beschäftigt, das Gehalt war immer sehr gut, nur kam auch bei mir irgendwann der Gedanke: wofür noch mehr? Ist das Geld die (Restlebens-)Zeit wert?

    Bin dann schrittweise die letzten vier Jahre von 35 über 30 auf jetzt 25 Wochenstunden runter.
    Tut finanziell gar nicht so weh, da die fehlenden Euro’s eben alle mit 42% besteuert wurden (1000 EUR weniger Brutto machen dann nur ca. 550 EUR Netto weniger da der Solidaritätszuschlag bei mir dann auch wegfiel).

    Die „Abschaffung“ des Soli’s in 2021 war für mich eh der Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Denn für „uns Leistungsträger“ blieb er natürlich erhalten. Da war dann meine Entscheidung: „Nöö, mit mir nicht (mehr)“.

    Ich nutze die unversteuerte Freizeit dann lieber sinnvoll und paddle auf dem See herum… :-).

    Gruss
    SeePaddler

  • Mmh naja, ich behalte ja immer noch die Hälfte von jedem zusätzlichen Euro…das muss Anreiz genug sein, oder? Ich denke eher, dass es einfach ein gewisses Maß an Einkommen gibt, ab dem man dann genug hat. Danach lohnt sich Freizeit einfach mehr. Aber ich würde das nicht an externen Grenzen wie den Steuerstufen festmachen. Das ist dann wahrscheinlich einfach ein Gamification-Aspekt?
    Viele Grüße
    Jenni

    • admin

      Hallo Jenni, damit bestätigst Du ja ein wenig den Satz aus dem Artikel, dass es Frauen eher egal ist. Die Steuer hat bei mir auch eine Rolle gespielt, war aber nicht der einzige Faktor. Ich habe es halt mal durchgerechnet, was 20% weniger Arbeit bedeutet. Dann geschaut, was ich nebenbei verdiene und mich dann entschieden, machste. Den größten Vorteil sehe ich einfach in mehr Flexibilität. Heute ist schönes Wetter, da geht es nachher noch aufs Rennrad, dann arbeite ich Abends noch ein wenig für mein Gewerbe.

      Gruß
      Andy

  • Andreas

    Macht aus meiner Sicht wenig Sinn. Natürlich wäre ich stark dafür, die Steuersätze etwas zu senken bzw. die Stufen an die reale Inflation anzupassen. Gleichzeitig werde; die Steuern ja nur auf das zusätzliche Einkommen fällig. Während der Steuersatz steigt, fallen gleichzeitig fast alle Sozialversicherungen weg, da diese gedeckelt sind. Ich arbeite lieber voll bei gutem Gehalt solange es mir möglich ist und spare stur in mein Depot.

    • SeePaddler

      Ihr habe ja beide Recht, aber in meiner persönlichen Situation passt es. Ich bin bereits Mitte 50 und seit dem 50. dabei so langsam „auszusteigen“ (gut vergleichbar mit Alexander von Rente-mit-Dividende).

      Mein Depot ist „voll“ (weit, weit im sechstelligen Bereich) und die Immobilien sind abbezahlt.

      Da macht es einfach keinen Sinn „noch mehr“ anzuhäufen.

      Grüße vom See
      SeePaddler

      • admin

        Servus,
        alles richtig gemacht würde ich sagen. Stimme Dir zu, hängt auch vom Alter ab. Ich habe jetzt mit 40 meine Arbeitszeit reduziert und bereue es nicht. Nachher geht es aufs Rennrad und zum Biergarten. Ich arbeite derzeit noch 32 Stunden. In 10 Jahren mal schauen. 🙂

        Gruß
        Andy

    • admin

      Hi,

      hängt vielleicht auch vom Alter ab. Vor 10 – 15 Jahren wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen. Jetzt habe ich im Beruf schon das Gefühl, alles schonmal da gewesen, alles schonmal gemacht. Depot ist gut gefüllt, die Dividenden gleichen das weniger an Lohn aus und das Nebengewerbe wirft auch gut was ab. Ich bin jetzt einfach flexibler.

      Gruß
      Andy

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