Dinge loswerden ist schwieriger als kaufen

Da ich gerade einen passenden Karton daheim hatte, habe ich es endlich geschafft einen alten Koffer zu verkaufen, dies zeigte mir mal wieder, dass der Aufwand Dinge loszuwerden, deutlich über dem des Erwerbs liegt.

Am besten kauft man einfach wenig Dinge, dann hat man auch weniger Probleme beim Entsorgen. Dieser Gedanke kam mir mal wieder, als ich den alten Koffer im Dachboden sah. Gekauft hatte ich das große Ding im dreier Set für meinen Auslandsaufenthalt in Irland.

2012 war ich ein paar Monate beruflich im Ausland. Da wollte ich natürlich auf alles vorbereitet sein. So kaufte ich ein Kofferset aus einem Riesenkoffer und zwei kleineren Modellen. Die Reise trat sich dann mit den beiden großen Koffern an. Vollgestopft mit allem von dem ich meinte, dass ich es bräuchte oder brauchen könnte. Hat auch extra gekostet, da nur ein Koffer inklusive war.

Heute weiß ich, dass das Unsinn ist. Ein Koffer hätte gereicht, man braucht deutlich weniger Zeug als man denkt. Wäsche kann vor Ort gewaschen werden, daher reicht im Prinzip weniger Kleidung als für den 14-tägigen Pauschalurlaub. Zur Not kann man auch vor Ort etwas nachkaufen.

Wie auch immer, der Koffer wurde seitdem nie wieder verwendet und nahm nur Platz im Dachboden weg. Also weg damit! Nur wohin?

Loswerden ist schwierig und aufwändig

Kaufen ist einfach! Bestellt, geliefert. Doch bereits nach dem Auspacken merkt man, dass der Kauf mit Arbeit verbunden ist. Die Verpackung bleibt zurück und will entsorgt werden. Oder vielleicht doch aufheben? Wegen Garantie oder Wiederverkauf?

Entsorgen ist je nach Größe auch nicht immer leicht und selbst das Verschenken auf eBay Kleinanzeigen erfordert einen gewissen Aufwand und sei es nur die Koordination der Übergabe.

Passende Verpackung für den Koffer, dank Computerkauf

Verkaufen ist nochmal extra Aufwand, da Fotos gemacht werden müssen. Nach dem Kauf will das Ding verpackt und zur Post geschleppt werden, in der Hoffnung, dass es am Ende nicht noch Ärger mit eBay gibt. Am Ende stehen jetzt immerhin 10 Euro Gewinn und zumindest das gute Gefühl, dass es nicht entsorgt werden musste.

Dennoch, je weniger man kauft oder hat, desto weniger muss man am Ende gepflegt, gewartet, gelagert, verkauft, veraufwandet werden.

4 Kommentare

  • Hallo Andy

    Du sprichst mir aus der Seele. Manchmal frage ich mich, wieso ich diesen ganzen Aufwand betreibe für 10 Euro…
    Eine Alternative wäre es gewesen, deine Koffer gratis in einem Brockenhaus abzugeben. Gibt’s das bei dir in der Nähe? Meistens steht da eine Organisation dahinter die mit dem Verkauf der Secondhand Ware spenden an Hilfswerke generiert.

    Ich leiste aktuell Zivildienst in einem Brockenhaus und da werden echt viele tolle Dinge in einem guten Zustand bei uns abgegeben.

    Liebe Grüsse
    Schweizer Minimalist

    • admin

      Hallo,
      Brockenhaus kannte ich bisher nur aus dem Harz. 🙂 Scheint auch eher ein Schweizer Ding zu sein, klingt aber nach einer guten Sache. Würde ich sofort hingeben, wenn es sowas hier geben würde.
      Ich bin immer froh, wenn ich das Zeug losbekomme und jemand das noch verwenden kann. Geht glaube vielen so.
      Gruß
      Andy

  • Hi Andy, „I feel you“, wie es so schön heißt. Mein Freund musste letztens was aus unserem Keller holen, den er seit Jahren nicht betreten hat und er war erstaunt, wie voll der doch mittlerweile ist. Ich miste leider nicht so schnell aus wie hier Sachen im Haus landen. Alleine der Papierstapel wächst und wächst, weil ständig irgendeine Bank oder Versicherung irgendwelche Auszüge schickt. Zudem hatte ich noch viele Sachen bei meinen Eltern gelagert, die nach und nach zurück kommen (weil meine Eltern ja auch ausmisten..). Ich kann mich schwer von Sachen trennen und muss die Sachen erst lange genug im Keller vergammeln lassen, damir ich mich davon trennen kann. Immerhin kann ich mich einigermaßen von Dingen trennen, die absolut unbrauchbar sind oder noch wie neu sind. Für letzteres bekommt man im besten Fall noch Geld und sie erfüllen ihren Zweck woanders statt bei mir sinnlos rumzustehen. Alles andere, in dem Zustand „Brauche ich 1x in 10 Jahren“ oder „Habe ich früher mal genutzt und brauche ich irgendwann vielleicht wieder“ fällt mir viel schwerer. Ich hatte z.B. jahrelang ein Werbegeschenk aufgehoben (mit dem man Drehverschlüsse von Flaschen leichter aufbekommt) und das hat nun tatsächlich ein dankbares Zuhause gefunden (Erfolgserlebnis).

    • admin

      Ja alles Beispiele, welche ich auch nur zu gut kenne. Am schwierigsten ist für mich das Entsorgen von funktionierenden Dingen. Daher nehme ich auch den eBay-Verkauf auf mich, auch wenn es finanziell nichts bringt.

      Andy

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