Staatliche Gebrauchtwaren-Kaufhäuser

Staatliche Kaufhäuser für Gebrauchtwaren? Eine Idee der Grünen.

Wir werfen viel weg, Möbel, Elektronik, Kleidung, Bücher. Vieles funktioniert noch, vieles wäre zu schade zum Wegwerfen und ich tue mir auch immer schwer, funktionierende Dinge zu entsorgen. Meist lohnt sich jedoch der Verkauf nicht, es ist zuviel Aufwand, wenn es überhaupt noch jemand haben will, oft nicht mal geschenkt.

Von daher ist die Idee der Grünen erstmal nicht schlecht, ausgemusterte Geräte, welche noch funktionieren wieder unter die Leute zu bringen. Auch die Idee Kaufhäuser für gebrauchte Waren zu eröffnen ist an sich nicht schlecht. Einkaufen mit gutem Gewissen. Die große Frage ist, ob dies staatlich passieren sollte. Der Staat ist nicht der beste Unternehmer und wenn es eine tolle Geschäftsidee wäre, gebrauchte Waren an den Mann zu bringen, dann würde es auch im großen Stil umgesetzt werden.

In Teilen wird es dies bereits. Es gibt Läden für Second-Hand und wer einen guten und günstigen Laptop sucht, wird im Internet schnell fündig. Händler bereiten im großen Stil Leasing-Rückläufer von Firmen wieder auf und verkaufen diese. Auch das ist ein großer Aufwand, niemand möchte einen Computer kaufen, der nicht funktioniert.

Bei vielen anderen Sachen lohnt sich der Aufwand vermutlich nicht, daher staatliche Kaufhäuser. Für mich klingt das in erster Linie nach, muss keinen Gewinn abwerfen, für die gute Sache subventioniert der Staat die Aktion. Das verzerrt nicht nur den Wettbewerb, sondern macht auch normalen Händlern von Gebrauchtwaren das Leben schwer.

Recycling und Wiederverwendung sind eine gute Sache, aber der Staat sollte hier maximal die Rahmenbedingungen schaffen.

5 Kommentare

  • “Der Staat ist nicht der beste Unternehmer” wird ja gerne zitiert.
    Ich finde, man sollte etwas differenzieren. Der Staat ist entweder in nicht lukrativen Bereichen tätig, bei der das öffentliche Interesse über dem Gewinn steht (z.B. Nah- und Fernverkehr, Theater und Museen). Da würde ich dem Staat nichts vorwerfen wollen, im Gegenteil.
    Oder er tritt dann auf, weil privatwirtschaftlich vorher schon versagt wurde. Holzmann, Bankenrettungen etc. Kann man sich fragen, ob das immer sinnvoll ist. Versagt hat aber erstmal die Privatwirtschaft.
    Oder der Staat hat politische Interessen, wie bei der Lufthansa. Ein Land wie Deutschland möchte eine große Fluglinie haben, die nicht ausländischen Investoren ‘gehört’. Teilweise überschneiden sich auch die vorigen Punkte. Lufthansa krieselte schon eine ganze Weile.
    Oder man handelt aus politischen Motiven heraus und läßt sich dann von der Privatwirtschaft ‘verarschen’. Wie mit Scheuers Maut oder dem Bau des Berliner Flughafens. Das ist blöd. Ob das aber primär gemeint ist mit “der Staat ist nicht der beste Unternehmer” weiß ich nicht.

    • admin

      Stimmt, die Aussage ist zu pauschal. Bei den Kaufhäusern bleibe ich dabei, das wäre nichts für den Staat, aber du bringst ein paar gute Beispiele. Danke für den Kommentar. 🙂

  • Interessanter Aspekt, finde ich. Wenn das Verkaufspersonal aus Steuergeldern finanziert wird, dann müsste doch die Wirtschaftlichkeit und der Profit nicht im Vordergrund stehen und es ist klar, dass das Geschäft nicht auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist. Dann wäre es doch an dieser Stelle egal, ob der Staat ein guter Unternehmer ist. (Wenn ich das richtig verstanden habe.)

    Und den Konkurrenzkampf mit anderen Händeln würde ich nicht als allzu problamtisch einschätzen: Sehr viele Menschen sind nach wie vor der Ansicht, neu = besser und möchten lieber laute Mucke und bunte Werbung im Geschäft, als Dinge mit ner Geschichte und Einzelstücke.

    • admin

      Stimmt schon, man müsste dann aber sehr genau drauf achten, dass nur Dinge verkauft werden, welche nicht gebraucht bereits anderweitig irgendwo einen Markt haben. Ansonsten würden diese Kaufhäuser die anderen verdrängen, weil diese ja billiger sein könnten. Vielleicht müssten das auch nicht unbedingt Kaufhäuser sein, bei uns auf dem Wertstoffhof wird jede Menge Zeug entsorgt, hier könnte man ja irgendwie anbieten, dass andere Leute Dinge mitnehmen können, welche vielleicht noch gehen. Wobei ich hier auch gehört habe, dass dann irgendwelche dubiosen Leute alles Zeug einsacken, dann ausschlachten und den Rest irgendwo in der Pampa ablagern. Schwierig. Ich bin ja grundsätzlich auch jemand dem es immer weh tut, funktionierendes in den Müll zu werfen.

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