Warum Cash in der Krise wichtig ist!

Cash is king, das gilt besonders in Krisenzeiten. Und damit meine ich nicht das Geld zum Nachkaufen.

Erfahrene Finanzblogger empfehlen vor dem Investieren erstmal eine Reserve aufzubauen. 6 – 12 Monatsgehälter sollten es schon sein, bevor man richtig mit dem Investieren beginnt. Meine persönliche Komfortzone liegt deutlich höher, wobei ich nicht mit Monatsgehältern rechne, sondern mit meinen durchschnittlichen Ausgaben, die deutlich geringer sind als meine Einnahmen.

Das ist natürlich erstmal öde, man liest von finanzieller Freiheit, Aktien, ETFs und dann heißt es erstmal sparen bevor man richtig investiert. Kein Wunder, dass ich in der Vergangenheit bei jüngeren Kollegen oft las, dass man die 100 % All-In Strategie fährt. Maximal 1-2 Monatsgehälter werden zurückgelegt, der Rest geht in den Markt. Rendite und so.

In steigenden Märkten ist das kein Problem. Das Depot vermittelt einem Sicherheit, die Kurse steigen und wenn man doch mal Cash braucht verkauft man eben ein paar Anteile. Bis dahin nimmt man die Rendite halt mit. Außerdem erreicht man nur so das Rentenziel mit 30, 35 oder 40, je nach Ausprägung.

Die Strategie kommt an ihre Grenzen, wenn die Märkte fallen. Krise sind nicht nur fallende Aktienkurse, sondern auch drumherum. Der Wirtschaft geht es schlecht, die Nachrichtenlage trommelt Panik, es drohen Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Pleitewellen bei Selbstständigen Freiberuflern. Die Ausgaben laufen weiter, die Einnahmen können wegbrechen. Für den selbstständigen Messebauer durfte die Saison jedenfalls gelaufen sein.

Das persönliche Risiko hängt davon ab, welchen Beruf man nachgeht, welcher Branche man angehört, aber die Vergangenheit zeigt, dass es jeden mal irgendwie treffen kann. Daher ist es wichtig, dass man genug Pulver in Form von Cash trocken hat. Nicht zum Nachkauf an der Börse, das ist die Kür, sondern schlicht zum Überbrücken von schlechten Zeiten.

Nichts ist schlimmer, als in solchen Zeiten dazu gezwungen zu werden, Depotanteile zu einem niedrigen Kurs verkaufen zu müssen. Dies betrifft nicht nur den Aktiensparer, der in solchen Zeiten den Anblick des roten Depots ertragen muss. Mal ehrlich, das ist noch eine sehr komfortable Situation. Wer jeden Monat einen Kredit für das Haus abzahlen muss, der wird noch unruhiger in die Zukunft blicken. Auch hier sorgt ausreichend Cash für eine gute Nachtruhe.

Cash auf der Seite = ruhig schlafen

Meine Strategie setzt auf eine vergleichsweise hohe Cashreserve, die es mir erlaubt ein paar Jahre komplett ohne Einnahmen über die Runden zu kommen. Alles, was darüber hinaus geht, kann investiert werden. Die Reserven werden aber nicht angerührt. Wie hoch die persönliche Cash-Quote für jeden einzelnen sein sollte, muss jeder selbst bewerten. Für mich sind die 6 – 12 Monate, die viele Finanzblogs empfehlen, zu niedrig und eher als absolute Untergrenze zu sehen.


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